Hochschulplan

Ausgangsbasis

Um den historisch gewachsenen österreichischen Hochschulraum künftig quantitativ und qualitativ gezielter auszubauen, weiterzuentwickeln und seine internationale Sichtbarkeit zu erhöhen, braucht es einen koordinierenden Hochschulplan als Grundlage.
Seine Eckpunkte wurden auf Basis des im August 2011 präsentierten Expert/inn/enberichts, unter Berücksichtigung der Ergebnisse des „Dialog Hochschulpartnerschaft“ und der Empfehlungen des Wissenschaftsrates „Universität Österreich 2025“  vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung 2011 gemeinsam mit Vertretern der uniko, FHK und Senate der Universitäten erarbeitet.

Zielsetzung des Hochschulplans

Der Hochschulplan hat das Ziel, den österreichischen Hochschulraum in seiner Weiterentwicklung und internationalen Sichtbarkeit zu stärken und höchste Qualität in Lehre und Forschung sicherzustellen. In Koordination mit den zentralen Hochschulpartnern soll diese Stärkung durch eine abgestimmte Kooperation, Profilbildung und die Bündelung von Ressourcen erfolgen.

Das Zielsystem des Hochschulplans umfasst dabei die wesentlichen Handlungsstränge, denen in Zukunft besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll und die im Wege der Hochschulkonferenz weiterentwickelt und konkretisiert bzw. auf Ebene der Umsetzungsziele quantitativ/qualitativ präzisiert und priorisiert werden.

Eckpunkte des Hochschulplans

Die Weiterentwicklung des durch die Autonomie der Hochschulen charakterisierten österreichischen Hochschulraumes soll durch eine Kombination von Differenzierung und Kooperation erreicht werden. Dies bedeutet vor allem:

  • mehr Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und zwischen Hochschulsektoren
  • bessere Nutzung der Ressourcen in Forschung und Lehre
  • abgestimmte Profil- und Schwerpunktsetzungen und
  • bewusste Profilschärfung

Die damit angestrebte koordinierende Gestaltung des österreichischen Hochschulraumes ist nicht als ein starres dirigistisches Konzept zu verstehen, sondern als rollierende und sich ständig weiterentwickelnde Steuerung. Dem bestehenden Prinzip der Autonomie der Hochschulen folgend, werden strukturelle und inhaltliche Vorgaben daher in partizipativen Prozessen entwickelt.

Bauleitplan

Mit dem Bauleitplan liegt nun eine, in drei Planungsregionen (Ost, Süd und West) erfolgte, abgestimmte Reihung künftiger Bauvorhaben und -notwendigkeiten vor, die gemäß der vereinbarten Reihenfolge nach Maßgabe der budgetären Bedeckbarkeit abgearbeitet wird.

Forschungsinfrastruktur/Internationales

Mittels des Forschungsinfrastrukturplans wird bestimmt, wo künftig Großanlagen für die Grundlagenforschung errichtet werden. Die Datenbank wurde seitens der Universitäten entsprechend befüllt. Ausbaustufen sind in Planung. Ziel ist es, durch nationale Koordination die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und durch Prioritätensetzung eine stärkere Profilierung zu erreichen.

Kapazitätsorientierte studierendenbezogene Universitätsfinanzierung

Die “Studienplatzfinanzierung” besteht aus drei Säulen: Lehre, Forschung und Infrastruktur. Alle Studien wurden zur Erstellung des Modells in sieben Gruppen eingeteilt, denen Normkosten zugrunde liegen. In einem nächsten Schritt müssen – die entsprechenden politischen Entscheidungen vorausgesetzt – adäquate Übergangsregelungen in den nächsten Leistungsvereinbarungsperioden und, um der Kapazitätsorientierung gerecht zu werden, Zugangsregelungen geschaffen werden. Dies wird im Rahmen der derzeit laufenden Abstimmungsgespräche mit dem Koalitionspartner thematisiert.
Vorbereitende Maßnahmen zur Einführung der neuen Universitätsfinanzierung werden via Leistungsvereinbarungen 2013-2015 realisiert.

Koordinierungsmaßnahmen

Zur Erreichung der Ziele des Hochschulplans bedarf es einer intersektoralen Koordination. Diese soll durch  die Österreichische Hochschulkonferenz als beratendes Gremium für den Bundesminister für Wissenschaft und Forschung erfolgen. Ihre Aufgabe wird es sein, Transparenz, Kompetenz und Qualität innerhalb des Hochschulraums zu stärken, demokratische Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse zu fördern und entsprechende Maßnahmen zu empfehlen.

Die Eckpunkte des Hochschulplans wurden der Öffentlichkeit im Rahmen der Pressekonferenz “Mittel und Wege zur Hochschulentwicklung” am 21. Dezember 2011 vorgestellt.

Dokumente 

Österreichischer Hochschulplan